History

Australian Football in Deutschland

Wer in Deutschland von Australian Football spricht erntet zur Zeit meist noch irritierte Blicke. Australian Football – etwa eine Spielart des hierzulande so beliebten amerikanischem Eiersports? Ganz und gar nicht. Die Wurzeln des australischen Volkssports Nummer Eins liegen eher im Rugby und unserem europäischen Fußball. Bleibt die Frage, was das Ganze mit Deutschland oder genauer Frankfurt zu tun hat. Seit fast zehn Jahren gibt es in der Mainmetropole die Frankfurt Redbacks, den damals ersten Australian Football Verein in Deutschland und zur Zeit amtierenden deutschen Meister. Inzwischen ist die Australian Football League Germany auf fünf Vereine gewachsen – Berlin, Düsseldorf, Hamburg, München – und weitere stehen in den Startlöchern.

Anfänge

Die deutsche Australian Football Geschichte begann vor zehn Jahren im Frankfurter Ostpark. Damals kamen einige Frankfurter Studenten zusammen, um unter der Anleitung von Malte Schudlich den noch exotischen Ballsport kennen zu lernen. Schudlich hatte während eines Studienaufenthalts in Australiens Footballhauptstadt Melbourne selbst Football gespielt und wollte nach seiner Rückkehr nicht davon lassen.
Etwa zur gleichen Zeit formierte sich in München eine Gruppe Australier, die ebenfalls, vom Heimweh nach ihrem Nationalsport getrieben, eine Mannschaft aufbauten. Mit Hilfe der Australischen Botschaft wurde schnell der Kontakt hergestellt und am 23. Juni 1996 kam es im Frankfurter Ostpark zum ersten offiziellen Australian Football Match auf deutschem Boden.

Australian Football League Germany

Um dem gemeinsamen Ziel einer regulären Liga näher zu kommen, gründeten die Frankfurt Redbacks und die Munich Kangaroos 1999 gemeinsam die Australian Football League Germany, kurz AFLG. Diese sollte die deutschen Vereine auf nationaler und internationaler Ebene vertreten und als Kommunikationsforum die Etablierung neuer deutscher Australian Football Vereine unterstützen. Zwei Jahre später begann diese Strategie zu fruchten. Nach und nach traten die Berlin Crocodiles (2001), die Hamburg Dockers (2003), die Rheinland Lions (2004; ehemals Düsseldorf Lions) und die Stuttgart Emus (2008) der AFLG bei. Dies ermöglicht heute einen regulären Ligaspielbetrieb, bestehend aus Hin- und Rückrunde, sowie den im September stattfindenden Finals.